Sozialticket im Kreis Unna ein großer Gewinn

Gestern veröffentlichte der Kreis Unna die aktuellen Nutzerzahlen des Sozialtickets – ein freudiger Anlass für die Grünen!  Waren sie es doch, die sich 2008 engagiert für dessen Einführung im Kreis Unna einsetzten.

Menschen mit wenig Geld  das bezahlbare Fahren mit Bus und Bahn zu erleichtern und ihnen so eine größere Chance auf das schnellere und sichere Erreichen ferner entlegener Ziele zu ermöglichen. Für einige Kund*innen war sogar plötzlich ein neuer Arbeitsplatz in mögliche Nähe gelegen! Fahrten zu Weiterbildungsmaßnahmen oder zum Arzt rissen von nun an nicht sofort ein Loch in die knappe Haushaltskasse.

Einen zwischenzeitlicher  Rückgang der Zahlen des Sozialtickets trat im Jahr 2010 ein, als die Preise für die Fahrgäste angehoben wurden: zahlten sie bis dahin lediglich die 15,-€ als Eigenanteil, die ihnen auch in den Sozialleistungen als sogenannte „Mobilitätspauschale“ zur in etwa Verfügung standen, mussten sie nun 50% der tatsächlichen Kosten selber tragen. Der Preis kletterte auf nun 26,-€.

Herbert Goldmann, Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion stellte damals konsterniert fest, dass es den ärmsten Mitgliedern unserer Gesellschaft nun überlassen blieb, die fehlenden Mittel von ihrem ohne hin knappen Budget abzuknapsen. Die Nutzerzahlen halbierten sich danach rapide.

2011 war es soweit und das Land NRW unterstützte die Kommunen finanziell  in der Bereitstellung des Sozialtickets. Grüne nahmen diesen neuen Schwung zum Anlass und stellten den Antrag, aufgrund dieser zusätzlichen Landes-Mittel den Fahrpreis für die Nutzer*innen zu senken –  auf 22,50€ für ein einheitliches kreisweites Ticket. Dieser wurde mehrheitlich abgelehnt. SPD und CDU glaubten damals nicht an die Langfristigkeit des Sozialticket und fürchteten den baldigen Rückzug der Landesfinanzierung.

Im Jahr 2013 recherchierte die Sprecherin für Mobilität in der Grünen Kreistagsfraktion, Anke Schneider, zu den Kosten Schülertickets und Sozialticket. Heraus kam ein weiterer erfolgversprechender Antrag, den Kreis der Nutzungsberechtigen um die Gruppe der Schülerinnen und Schüler zu erweitern, nämlich schulpflichtige Kinder aus sozialticketberechtigten Familien in den erweiterten Geltungsbereich des Schüler Abo plus aufzunehmen.

Mitte 2015 im folgte ein weiterer Antrag der Grünen und glücklicherweise wurde man sich Kreistag einig! Man nahm die Geflüchteten als weitere Nutzergrupe mit in den Kreis der Berechtigten für das Sozialticket auf.

Seitdem können das Sozialticket und das SchülerAbo plus  von allen Menschen beantragt werden, die Sozialleistungen beziehen. Zum Beispiel: Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld vom Jobcenter im Kreis Unna, Hilfe zum Lebensunterhalt oder

Grundsicherung im Alter und bei voller Erwerbsminderung von den Sozialämtern der Städte und Gemeinden im Kreis Unna, Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von den Städten und Gemeinden im Kreis Unna, Geldleistungen vom Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna oder von den Jugendämtern im Kreis Unna, Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz von den Wohngeldstellen der Städte und Gemeinden im Kreis Unna.

Im Dezember-Kreistag 2015 versuchten die Grünen und die Linken erneut mit einem Haushaltsantrag, die Kosten für die Ticket-Kunden zu senken. Leider scheiterte dieses wiederum an SPD und CDU. Die Koalition dieser beiden regte in demselben Kreistag an, das Sozialticket auf den Prüfstand zu heben.

Und nun die tolle Nachricht, das Sozialticket erlebe einen Beliebtheitsansturm, mit dem kaum jemand gerechnet hat. „Wir Grünen sind stolz und glücklich, immer unser Augenmerk auf die Förderung der preisgünstigen Mobilität  mit Bus und Bahn gelegt zu haben,“ so Hebert Goldmann, Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter der Grünen, „ wir haben als Vorreiter das Sozialticket im Kreis Unna eingeführt und so zahlreichen Menschen den Zugang zu neuen Wegen in Arbeit und Leben geebnet. Wir werden weiterhin dafür sorgen, dass diese Form der Unterstützung hilfebedürftiger Menschen auch erhalten bleibt.“

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